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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

Zwei Tage Austausch zu Handwerk und Digitalisierung

Heritage SK-AT

Am 27. und 28. Juni unternahm das slowakisch-niederösterreichische Projektteam Heritage SK-AT eine Exkursion durch Museen in Niederösterreich. Hierbei lag der Fokus auf Sammlungen mit Beständen handwerklichen Ursprunges und deren Inventarisierung und Präsentation.

Start war am Donnerstagvormittag im Museumsdorf Krumbach (Bucklige Welt), wo Herr DI Rainer Holzbauer, Verantwortliche und Zuständige des dortigen Gemeinderates, durch das Museum geführt hat. Bei dieser Gelegenheit konnte auch das erst kürzlich neu eröffnete Objekt „Tannbauer“ wie das neu erstellte Vermittlungsprogramm vorgestellt werden. Über Tablets ist es von nun an möglich auch ohne eine Führung die wichtigsten Inhalte zu den translozierten Bauten und der ebenfalls neu gestalteten Dauerausstellung im ehemaligen Bürgerspital zu erfahren.

 

Nach einer Mittagspause empfing Frau Judith Pawelak das Projektteam im Waldbauernmuseum Gutenstein (Industrieviertel). Dieses Museum macht die wichtigsten regional verwurzelten holzverarbeitenden Handwerksberufe im Rahmen einer Dauerausstellung erfahrbar. Die gezielte Sammlungstätigkeit mit Augenmerk auf die Holzverarbeitung und die professionelle Objektdokumentation in eine Datenbank, machen die Sammlung einzigartig. Neben der möglichst vollständigen Vermittlung der einzelnen Berufsgruppen, ist es hier möglich Werkstücke sogar herzustellen und die einzelnen Gewerke in ihrer Gesamtheit zu begreifen. Der ebenfalls innerhalb des Gemeindegebietes Gutenstein liegende Pilgerort Mariahilfberg diente zur Übernachtung und gab Rahmen für das Abendprogramm. Frau Pawelak gab auf dem Mariahilfberg einen Einblick über die Entstehungsgeschichte des dortigen Kreuzweges, der zusammen mit allen anderen Andachtsstätten des Mariahilfberges auf Initiative des museumsbetreibenden Vereines „Gesellschaft der Freunde Gutensteins“ zwischen 2002 – 2007 instandgesetzt wurde. Nach einem Abendessen folgte die teilweise Begehung des Kreuzweges und der Besuch der Siebenväter-Kapelle mit Blick auf den Schneeberg.

Am zweiten Tag wurde das Wilhelmsburger Geschirr-Museum besucht. Herr Manfred Schönleitner, Geschäftsführer und Direktor des Museums, hat mit vielen Hintergrundinformationen durch das Haus geführt. Der Schwerpunkt lag dabei thematisch bei der Entstehung des Museums und der historischen Entwicklung der ehemals dort ansässigen Produktion des Lilienporzellans. Äußerst spannend ist bei dieser Sammlung auch der handwerkliche Hintergrund, obwohl die Produktion von Beginn an eine Industrielle war, zeigt vor allem das sogenannte „Alpenflora“ Parallelen zur handgemalten Keramik im alpenländischen Raum aber auch zu jener der Kleinkarpaten. Besonders beeindruckend für die Teilnehmer war das Schaudepot. Dieses spiegelt die Produktion in allen ihren Facetten und Spielarten, von der Wanduhr bis zum Aschenbecher und vom Designobjekt bis zum Werbemittel für Gemeinden weitentfernter Regionen.

Die Museen konnten dem Projektteam Einblick in unterschiedliche Bereiche handwerklicher Bestände sowie der Sammlungsaufarbeitung geben und den Austausch an konkreten Beispielen ermöglichen.