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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

Kammgarnspinnerei, Kalkofen, Frauenbad

NÖ Museen

Wo früher Baumwolle gesponnen, Kalk gebrannt, Walzen graviert oder auf den Zug gewartet wurde – solch historische Gebäude haben heute oft als Museen eine neue Bestimmung gefunden. Damit sind diese Museen und Ausstelllungshäuser auch unabhängig von den gezeigten Ausstellungen oder Veranstaltungen einen Besuch wert. 

Kalkofen Baxa

Der Kalkofen Baxa, 1893 errichtet, war lange Zeit ein bedeutender Arbeitgeber für die Menschen aus Mannersdorf und Umgebung. Kalk vom Leithagebirge wurde abgebaut und für die Zementerzeugung verwendet. Nach der Einstellung des Betriebs verfiel der Kalkofen, bis er schließlich nach Generalrenovierung 1998 als Kulturzentrum mit Kalkofen- und Steinabbaumuseum im Obergeschoß wiedereröffnet wurde.

Walzengravieranstalt Guntramsdorf

Die Walzengravieranstalt, 1909 in Guntramsdorf gegründet, stellte gravierte Moletten und Walzen zum Bedrucken von Baumwollstoffen bzw. zum Prägen verschiedener Materialien her. Im Jahr 1986 wurde die Walzengravieranstalt geschlossen, seit 1986 stehen Gebäude und Einrichtung unter Denkmalschutz, heute befindet sich dort ein Museum. Bei Führungen wird die Anlage wieder zum Leben erweckt.

 

Museum Traiskirchen

Wo von 1875 bis in die 1970er Jahre die Kammgarnspinnerei Möllersdorf untergebracht war und bis zu 1.300 Menschen arbeiteten, in diesem denkmalgeschützten Gebäude befindet sich heute das Museum Traiskirchen: Über 50.000 Objekte sind hier auf drei Stockwerken und auf einer Fläche von ca. 4.000m² ausgestellt

Haus der Gmünder Zeitgeschichte

Das Gmünder Flüchtlingslager war eines der größten Lager in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Etwa 200 000 Flüchtlinge aus allen Teilen der Monarchie wurden im Verlauf des Krieges hier untergebracht. In der ehemaligen Auskunftsstelle beim Eingang zum Lager wurde das Haus der Gmünder Zeitgeschichte untergebracht, das sich der Entwicklung der Grenze nach 1918 und der Region am "Eisernen Vorhang" widmet.

Von Bahnhöfen und Frauenbädern

Weitere historische Gebäude, deren ursprüngliche Funktion über die Jahre verloren ging, bieten nun Museen eine Heimat. So ist beispielsweise das Heimatmuseum Ebreichsdorf im ehemaligen Bahnhof Unterwaltersdorf, 1871 als Typbahnhof nach den Plänen des Eisenbahnarchitekten Wilhelm Ritter von Flattich erbaut, untergebracht. Das ehemalige Bahnwartehäuschen in Langschlag, auf der Bahnstrecke Gmünd – Groß Gerungs gelegen, hat nun als klemuwa – kleinstes Museum des Waldviertels seine neue Bestimmung gefunden.

Früher Frauenbad – heute Museum: Bis 1973 wurde das 1821 im Stil des französischen Klassizismus errichtete "Frauenbad" in Baden tatsächlich als Bad genutzt, heute befindet sich dort das Arnulf Rainer Museum. In Korneuburg wurde 1908/09, anlässlich des 60. Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs, das städtische Dampf-, Wannen- und Brausebad erbaut. 1956 wurde das Bad geschlossen und 1974 wurde im ehemaligen "Tröpferlbad" das Stadtmuseum Korneuburg eröffnet.

In unserer Museumsdatenbank können Sie sich in weitere interessante niederösterreichische Museen und Sammlungen vertiefen. 

 

Text: Karin Böhm