Die folgenden Begriffe stehen in einem historischen oder problematischen Kontext.
Führer
Ursprünglich bezeichnete Führer den Vorsitzenden einer Partei oder politischen Organisation. Die Beschreibung Hitlers als Führer ist erstmals im November 1922 nachweisbar, mit der Neugründung der NSDAP 1925 setzte sich diese innerhalb der Partei langsam durch. Mit dem Tod des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 2. August 1934 wurde dessen Amt und das des Reichskanzlers unter der Bezeichnung Führer und Reichskanzler zusammengeführt. Im selben Jahr erfolgte ein Verbot für politische Leiter, sich als Führer zu bezeichnen. Anweisungen an die Presse verlangten gängige Begriffe wie „Führer des Betriebs“ in „Betriebsführer“ oder „U-Boot-Führer“ in „U-Boot-Kommandant“ abzuändern. Der Begriff Führer avancierte dadurch zur exklusiven Bezeichnung Hitlers als alleiniger Anführer.
Reichsgau Niederdonau
Infolge des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 lösten die Nationalsozialisten die bestehenden Bundesländer auf und gliederten die nunmehrige „Ostmark“ in sieben Reichsgaue. Damit sollten alle Bezüge und langfristig alle Erinnerungen an die österreichische Selbstständigkeit und Identität getilgt werden.
Der Reichsgau Niederdonau umfasste das ehemalige Niederösterreich, wobei 97 vorher niederösterreichische Gemeinden mit Wien vereinigt wurden. Neben ehemaligen burgenländischen Bezirken gehörten dem Reichsgau nach dem Einmarsch in das Sudetenland und der Zerschlagung von Resttschechien auch Grenzgebiete Böhmens und Mährens an. Die Gauleitung hatte zunächst ihren Sitz in Krems an der Donau, jedoch erfolgte bereits 1938 die Übersiedlung nach Wien.
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