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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

Mittendrin – auf Entdeckungsreise zwischen Tschechien und Niederösterreich

Ausstellungen und VeranstaltungenKinder und JugendlicheI-Cult

Studierende der New Design University St. Pölten erforschten Ende 2018 gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der kunstgewerblichen Schule aus Helenin den kulturellen Grenzraum Südböhmens, Vysočinas, Südmährens und Niederösterreichs. Den Anlass bot das EU-Projekt I-CULT, dessen Ziel ist, die tschechisch-niederösterreichische Museumslandschaft der Grenzregion speziell für junge Besucherinnen und Besucher attraktiver und zugänglicher zu gestalten und zu vermitteln.

Zwischen Reingers, Fratres und Třešť

Zwei Tage lang waren die österreichischen und tschechischen Studierenden gemeinsam unterwegs, um Museen, Gedenkorte, Sehenswürdigkeiten und Themenwege der Grenzregion zu erkunden. Zwischen Reingers, Fratres, Retz und Třešť lernten sie einander im regen Austausch nicht nur kennen, sondern sammelten und dokumentierten dort auch Eindrücke und Ideen zu den besuchten Orten. Die gemeinsame Entdeckungsreise begann mit einem Besuch der Heimatstube Reingers  und setzte fort in einem Spaziergang entlang des Themenwegs „Weg des 20.Jahrhunderts“. In Nová Bystřice wurde nicht nur die Stadt besichtigt, sondern auch die historische Bunkeranlage. Gestärkt nach einem Mittagessen in Slavonice ging es weiter in das Museum Humanum in Fratres und das Museum Retz sowie die Südmährische Galerie. Das intensive Programm knüpfte nach einer Übernachtung in Retz mit dem Besuch des Znojmo Muszeum sowie des dortigen Klosters an. Während der Ausstellungsbesuche und den Fahrten entlang der Grenzregion tauschten sich die jungen Entdeckerinnen und Entdecker über die erlebten Eindrücke, über die kulturelle Vielfalt und über Gemeinsamkeiten aus. Mit dem Besuch des Hoffmann Haus Britnice und einem vorweihnachtlichen Einblick in das Krippenmuseum in Třešť schloss die Exkursion in die tschechisch-niederösterreichische Grenzregion ab. Die vielen Eindrücke des vorgefundenen kulturellen Erbes wurden von den Studierenden und Schülerinnen/Schülern in Sketch-Books notiert, mit eigenen Ideen ergänzt und so für die gemeinsame Weiterentwicklung festgehalten.

Evaluierung, Weiterentwicklung und Präsentation in St. Pölten

Die auf der Reise gesammelten Inspirationen und dokumentierten Eindrücke wurden bei einem dreitägigen Workshop an der New Design University in St. Pölten wieder aufgegriffen. Bei diesem erneuten Zusammentreffen der Studierenden und der Schülerinnen/Schüler sollte es nun um eine Einschätzung, Kategorisierung und Sortierung der besuchten Museen, Gedenkorte, Sehenswürdigkeiten und Themenwege gehen. Welche Angebote waren für die jungen Erwachsenen besonders spannend oder beeindruckend und warum? Welche Museen und Sehenswürdigkeiten würden sie an ihre eigene Zielgruppe weiterempfehlen? Nach diesen spannenden Diskussionen widmeten sich die jungen Erwachsenen in einem nächsten Schritt der Frage, wie die tschechisch-niederösterreichische Museumslandschaft für Besucherinnen und Besucher der Grenzregion attraktiv gestaltet und vermittelt werden könnte? Hierbei entwickelte die Gruppe, unterstützt von Lehrenden der New Design University, unter anderem konkrete visuelle Vorschläge für Logo, Titel und Werbemittel. Eine vielfältige und abwechslungsreiche erste Ergebnispräsentation legte Zeugnis von  den äußerst kreativen und differenzierten Überlegungen der Exkursionsgruppe ab.

Die Ergebnisse der Exkursion und des Workshops bilden nun die Basis für konkrete Umsetzungen: Vor dem Ende des dreijährigen EU-Projekts soll noch 2019 eine Karte der niederösterreichisch-tschechischen Grenzregion entstehen, deren Inhalt auch online zur Verfügung stehen wird. Ziel ist, vermehrt überregionale Besucherinnen und Besucher in der Region zu begrüßen, aber ebenso die Aufmerksamkeit der regionalen Bevölkerung auf die reiche Kulturlandschaft in Südböhmen, Vysočina, Südmähren und Niederösterreich zu lenken.

Text: Julia Starke