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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

Von exotischen Muscheltieren über festliche Kleidungsstücke bis zu antiken Uhren

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Online auf Entdeckungsreise durch Niederösterreichs museale Vielfalt

Mehr als 6.000 neue Objekte von 8 Sammlungen sind im DIP-Katalog (DIP) des Museumsmanagement Niederösterreich nun neu zu bestaunen. Aktuell werden somit insgesamt über 7.300 Objekte von 12 Museen präsentiert. Ein besonders wichtiger Meilenstein ist hierbei die kürzlich erfolgte Anbindung dieser Objekte an Kulturpool Austria, dem zentralen Übersichts- und Suchportal des digitalisierten österreichischen Kulturerbes, sowie ab 2021 an die europäische Plattform Europeana, die das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas präsentiert.

Die Stadt-, Stifts- und Regionalmuseen sind ein prägender Teil für das kulturelle Bewusstsein Niederösterreichs. Sie beherbergen ein unermessliches Wissen zur Geschichte und den Besonderheiten des Landes und seiner Regionen. Basis dieser Museen sind ihre Sammlungen, die nun im „digitalen Museumsraum“ für alle Interessierte zu besichtigen sind.
 

Der DIP-Katalog (DIP) des Museumsmanagement Niederösterreich ist im Rahmen des Interreg-Projekts Heritage SK-AT entstand. Die Bandbreite der musealen Objekte erstreckt sich von exotischen Muscheltieren über festliche Kleidungsstücke bis hin zu wertvollen Uhren, die auf DIPkatalog.noemuseen.at abgerufen werden können. Neu hinzugekommen sind nun Stift Neukloster, Zisterzienserstift Zwettl, Museum Horn, Kaiser Franz Josef Museum Baden, Brot- und Mühlenmuseum Gloggnitz, Museum Alte Textilfabrik, Südmährisches Heimatmuseum Thayaland und die Sammlung Mária Hanúsková.

 

Stift Neukloster

Das Stift in Wiener Neustadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Stift Heiligenkreuz im Wienerwald vereinigt, dessen Bauten als Heiligenkreuzer Priorat bestehen blieben. In der Barockzeit sammelte man gerne Objekte für die typischen Kunst- und Wunderkammern dieser Zeit. Ab 2013 wurde die Sammlung von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien gereinigt und restauriert, seit 2017 sind ausgewählte Stücke für die Öffentlichkeit zu sehen. Die Bandbreite erstreckt sich von Kuriositäten, wie einer Korallenkrippe und Mosaikbildern mit Käferflügeln, über Mineralien und Exotischem, wie einer Mumienhand oder einer versteinerten Semmel, bis hin zu Gemälden und Skulpturen. Die Sammlung, die im Rahmen des Förderschwerpunktes "Schätze ins Schaufenster – Qualitätsoffensive Museumsdepots" aufgenommen wurde, umfasst rund 2.200 Objekte, die im Online-Katalog zu finden sind.

 

Museum Horn

Der Postbedienstete und leidenschaftliche Sammler Josef Höbarth begründete 1930 das Museum mit einer der größten urgeschichtlichen Sammlungen Österreichs. Die Sammlung Arthur Nowak mit Antiken, die Landtechniksammlung von Ernst Mader und eine Dokumentation über den Räuber Johann Georg Grasel ergänzen das Ausstellungsspektrum. Eine außerordentliche Besonderheit stellt die umfangreiche Textilsammlung dar. Eine repräsentative Objektgruppe sind etwa 60 Musterstreifen, die einstmals von Schülerinnen – vermutlich im Handarbeitsunterreicht – in Stick- und Stricktechnik hergestellt wurden. Die Textilsammlung zeigt mit Accessoires und Kleidung sowie mit Haus- und Raumtextilien aus früherer Zeit einen Querschnitt regionaler Alltags- und Festkultur und ist mit über 600 Objekten im Online-Katalog vertreten.

 

Zisterzienserstift Zwettl

Das Stift besteht seit seiner Gründung im Jahr 1138 ohne Unterbrechung und ist das drittälteste Zisterzienserkloster weltweit. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Barockisierung der Anlage, wobei die Stiftsbibliothek mit farbenprächtigen Deckenfresken des Malers Paul Troger ausgestattet wurde. In den Sammlungen finden sich neben einer großen Auswahl von rund 1.400 Paramenten in Form von liturgischen Gewändern und Insignien bis hin zu Textilien zur Ausstattung des gottesdienstlichen Raumes auch viele weitgehend profane Gegenstände, wie etwa über 300 Wand- und Standuhren, mehr als 260 Gemälde und Grafiken, über 200 Skulpturen sowie mehr als 150 Architekturelemente der Stiftsanlage. Die im Rahmen des Förderschwerpunktes "Schätze ins Schaufenster – Qualitätsoffensive Museumsdepots" aufgenommen Stiftssammlungen umfassen etwa 2.800 Objekte, die im Online-Katalog betrachtet werden können.

 

Kaiser Franz Josef Museum Baden

Das Museum am Rande des Wienerwaldes befindet sich in einem prachtvollen Jugendstilgebäude, das eigens für Museumszwecke errichtet wurde. Die Entstehung der Sammlungen fußen auf der Vereinsgründung der Heimatforscher Carl Calliano, Gustav Calliano, Anton Schiestl und Johann Wagenhofer. Neben großen kulturgeschichtlichen Sammlungen liegt ein Schwerpunkt der musealen Ausrichtung auf der Entwicklung der Kurstadt Baden als kaiserliche Sommerresidenz und Sommerfrischeort in Gesellschaft, Kunst und Kultur. Ein Highlight ist die wertvolle Sakralsammlung mit einer Vielzahl an Andachtsbildern. Die Sammlungen bieten eine breite Palette an historischen Gegenständen und Kuriositäten, an deren Veröffentlichung zurzeit gearbeitet wird. Von den mehr als 5.500 digital erfassten Objekten sind der Öffentlichkeit aktuell 139 Objekte online zugänglich gemacht worden.
 

 

Brot- und Mühlenmuseum Gloggnitz

Das Museum ist in einer ehemaligen Mühle untergebracht, die sich seit 1855 im Besitz der Familie Dirnbacher befindet. Es zeigt den bodenständigen Müllereibetrieb und das Bäckerhandwerk vergangener Tage. Im Jahr 1980 gründete Herr Dipl. Ing. Karl Dirnbacher den gemeinnützigen Verein „Brot- und Mühlen-Lehrmuseum in Gloggnitz“ und legte somit den Grundstein für das Museum. Das Besondere dieser sehr fachkundig zusammengestellten Sammlung beruht auf der leidenschaftlichen Sammeltätigkeit des Vereinsgründers. Im Zuge des Interreg-Projekts Heritage SK-AT wurden der Öffentlichkeit mit historischen Dokumenten, Bildwerken und handwerklichen Maschinen und Geräte insgesamt 397 Objekte online zugänglich gemacht.
 

 

Museum Alte Textilfabrik

Von Prof. Albert Hackl und Dr. Andrea Komlosy begründet, verwandelte sich die ehemalige „k.k. privilegierte Modewarenfabrik Hackl&Söhne“ im Jahre 1990 in das Museum Alte Textilfabrik. Wo vor mehr als 100 Jahren Webstühle, Drucktische und Stickmaschinen in Betrieb waren, wird man heute in den Arbeitsalltag und die Lebenswelt vor und um 1900 versetzt. Der Fokus liegt auf der Textilgeschichte und der regionalen Textilerzeugung. In der Ausstellung befinden sich auch einige Textilobjekte mit regionalem Bezug aus den Landessammlungen Niederösterreich. Weibliche Bekleidung und Accessoires, wie ein Paar Strümpfe, die als Schenkung einer Dame aus Großwolfgers in die eigene Sammlung des Museum Alte Textilfabrik übergingen, sind nun mit 16 Objekten im Online-Katalog vertreten.
 

 

 

Südmährisches Heimatmuseum Thayaland

Das Museum in Laa an der Thaya existiert seit 1986 und ist im Alten Rathaus untergebracht. Der Schwerpunkt liegt auf der wechselvollen Geschichte der Region im Kontext von Alltag und Kultur der deutschsprachigen Bevölkerung aus Tschechien. Die Museumssammlung entstand aus privaten Spenden mit vielen Erinnerungsstücken aus der Zeit in Südmähren, die als historische Zeugnisse das Schicksal der deutschsprachigen Südmährer bewahren. Die Textilsammlung ist mit einigen Stücken der für Südmähren als typisch geltenden sogenannten schwarzen Tracht, aber auch mit anderen festlichen Kleidungstücken, vielen Kopf- bzw. Umhängetüchern sowie einigem an Unterbekleidung sehr umfassend. 34 Objekte können nun online betrachtet werden.
 

 

Sammlung Mária Hanúsková

Die Künstlerin Mária Hanúsková absolvierte die SOU – Abteilung für künstlerische Keramik in Modra und arbeitet seit 1986 mit ihrem Ehemann Oskar zusammen. Zunächst für UĽUV (Zentrum für Volkskunstproduktion), später freiberuflich. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Herstellung von Volkskunst und Gebrauchskeramik, der Herstellung von Keramikreliefs und -fliesen, figürlichen Skulpturen, Keramikpuppen, Miniaturen sowie Plaketten. Im Rahmen des Interreg-Projekts Heritage SK-AT ist diese Sammlung besonders interessant, da sie einen direkten Vergleich der handwerklichen Keramikerzeugung in der Slowakei und in Niederösterreich zulässt. Von dieser breiten Vielfalt können 13 Objekte online bestaunt werden.

 


INFO:


Hier kann der Online-Katalog mit allen Objekten durchgeblättert werden

Alle niederösterreichischen Museen und Sammlungen, die Interesse an einer Beteiligung haben, finden hier Informationen zur Nutzung des digitalen Inventarisierungsportals DIP.

Die Datenbank ist im Rahmen des Interreg-Projekts Heritage SK-AT entstanden.