Sie trohnt im Wald der Molderberge
Die Basilika Maria Dreiechen:
Bereits von der Ferne aus sichtbar, ist der Wallfahrtsort Ziel vieler Pilgerreisen. Tauchen Sie mit uns ein in die Ursprünge des Ortes und begeben Sie sich auf eine Führung durch die imposante Kirche!

Die Geschichte des Wallfahrtsortes
Die Geschichte des Wallfahrtsortes reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Der Dreißigjährige Krieg war gerade zu Ende gegangen und die mehrheitlich lutherische Bevölkerung im nördlichen Niederösterreich und im südlichen Mähren wurde durch staatliche Maßnahmen relativ erfolgreich zum Katholizismus zurückgeführt. Nachkriegsnot und Unsicherheit ließen das verlorene Bekenntnis wieder aufleben und stärkten es.
Matthias Weingartner (der mit dem Nachnamen Weinberger in die Legende einging), ein Kürschnermeister und Bürger der nahen Stadt Horn, erkrankte damals schwer. In seinen Gebeten wandte er sich an eine Wachsfigur der Schmerzhaften Mutter, die seit Generationen in seiner Familie weitergegeben worden war – selbst zu Zeiten des Luthertums.
In einem Traum empfing er eine übernatürliche Eingebung:
Er solle seine geliebte Figur nach seiner Genesung der öffentlichen Verehrung übergeben. Doch obwohl seine Krankheit auf wundersame Weise verschwunden war, zögerte Matthias lange Zeit. Erst ein wiederkehrender Traum und der Rat seines Beichtvaters bewegten ihn schließlich zum Handeln. Am Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1656 hängte er seine Statue an eine mächtige dreistämmige Eiche am Hang des Molderbergs, am Weg von Horn nach Eggenburg. Die Geschichte wurde bald zur Legende und zur Grundlage einer Wallfahrtstradition, deren Leitspruch lautet: „Maria hat geholfen – Maria wird weiter helfen!“
Anfangs wurde der Gnadenort bei den Drei Eichen nur in kleinem Kreis verehrt, denn der Herrschaftsinhaber von Horn, Ferdinand Sigismund Graf Kurz, hatte zur gleichen Zeit (1656) eine Kapelle zu Ehren der Altöttinger Muttergottes in einem Vorort von Horn errichten lassen und seinen Untertanen befohlen, diese zu besuchen. Mit der Zeit aber begann der Ruhm von Maria Dreieichen den der städtischen Kapelle zu übertreffen. Berichte von wundersamen Heilungen trugen ebenso zur wachsenden Beliebtheit bei wie auch die Lage des Ortes nahe des alten Wallfahrtswegs, des sogenannten „Böhmischen Weges“, lag, der von Südmähren nach Mariazell führte. Auch heute noch ist für tschechische und mährische Pilger auf dem Weg nach Mariazell ein Halt in Maria Dreieichen eine geschätzte und verpflichtende Station.
Barocker Glanz nach Blitz und Feuer


Im Jahr 1680 schlug ein Blitz in die Krone der dreistämmigen Eiche ein und zerstörte die kostbare Wachspietà durch Feuer. Das Ereignis geschah zu einer Zeit, als Niederösterreich und Südmähren von schrecklichen Pestepidemien heimgesucht wurden. Viele Menschen suchten damals Trost und Hoffnung im Marienkult und in vorbildlicher Frömmigkeit. Die verkohlte dreifache Eiche trieb erneut grüne Blätter aus, was allgemein als Zeichen der Hoffnung und der erneuerten Gnade Gottes gesehen wurde. Sebastian Friedrich, der Bürgermeister von Horn, ließ bei dem ortsansässigen Bildhauer Matthias Sturmberger eine neue Pietà aus Lindenholz schnitzen, die er in einem wettergeschützten Rahmen an der alten dreistämmigen Eiche aufhängen ließ. Bald darauf wurde die Statue in eine kleine hölzerne Kapelle versetzt, die der Überlieferung nach „aus 150 Latten“ errichtet war. Um 1700 begann, dank der Unterstützung des Grafen Hoyos, des Besitzers der Herrschaft, eine Eremitenbruderschaft, die aus der Gegend von Scheibbs berufen wurde, den beliebten Wallfahrtsort zu betreuen. Die Einsiedelei wurde über einer Schlucht mit der Quelle errichtet.
In den Jahren 1730–1733 wurde die hölzerne Kapelle durch eine gemauerte Barockkapelle ersetzt. Die Zahl der Gläubigen stieg weiter (bis zu 50.000 Menschen pro Jahr) und es war notwendig, dass eine größere kirchliche Organisation regelmäßige Gottesdienste abhielt. Im Jahr 1740 übernahmen die Benediktiner von Altenburg diese Aufgabe. Ihr nahegelegenes Stift am Fluss Kamp hatte zu diesem Zeitpunkt eine umfassende Barockisierung hinter sich und man erwartete, dass ein attraktiver Wallfahrtsort in der Nähe dazu beitragen würde, das Ansehen des Klosters zu steigern. Der Altenburger Abt Placidus Much war entschlossen, dem Wallfahrtsort Maria Dreieichen eine angemessene barocke Pracht zu verleihen.
Am 8. Mai 1744 wurde der Grundstein für den Bau einer prächtigen Marienbasilika gelegt. Neben dem Stift Altenburg unterstützte auch der Besitzer der Herrschaft Horn, Graf Philipp Josef Hoyos, dieses anspruchsvolle Bauvorhaben finanziell. Den Entwurf der spätbarocken Kirche mit Zentralkuppel erarbeitete der Baumeister Leopold Wissgrill nach den Plänen seines Lehrers, des Baumeisters Josef Munggenast. Mit der Ausführung der Freskenmalerei wurden der berühmte Paul Troger und sein Schüler Johann Wenzel Bergl beauftragt. Der Bau selbst dauerte sechs Jahre, in den folgenden Jahren wurde die Ausstattung der Kirche schrittweise ergänzt. Die ältere Dreieichen-Kapelle blieb erhalten und wurde in den Raum hinter dem Hauptaltar der neuen Basilika integriert. Dort wurde auch der abgestorbene Stamm der dreistämmigenen Eiche in einer speziellen Nische aufgestellt – jenes Baumes, der dem Wallfahrtsort seinen Namen gab. Die neue Basilika wurde zum Wahrzeichen und zur „Perle des Horner Beckens“. Die Altenburger Benediktiner unterstellten sie ihrer nächstgelegenen Pfarre in Riedenburg bei Horn.

Die Kirchenreformen von Kaiser Joseph II. trafen jedoch bald auch den Wallfahrtsort Dreieichen. Nur dreiunddreißig Jahre nach der Fertigstellung der Basilika (1783) wurden die Wallfahrten per kaiserlicher Anordnung verboten und die Einsiedelei beim „Bründl“ geschlossen. Die vollständige Aufhebung der beliebten Kirche konnte damals glücklicherweise verhindert werden, indem die Basilika von Dreieichen zur Pfarrkirche für die nahegelegenen Dörfer Mold, Mörtersdorf und Zaingrub erhoben wurde. So konnten die Menschen den ehemaligen Wallfahrtsort weiterhin besuchen. Im Jahr 1828 wurde die Kirchenfassade am Eingang vom Baumeister Karl Benedikter um die charakteristischen Doppeltürme ergänzt, womit die Basilika ihr heutiges Aussehen erhielt.
Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts klang der Josephinismus endgültig ab und die alten barocken Wallfahrtstraditionen lebten wieder auf – ja mehr noch, sie gewannen an neuer Intensität. Pilger reisten nach Dreieichen aus ganz Niederösterreich und Südmähren. Einen Bruch brachte erst die schwierige Zeit der beiden Weltkriege, während der auch mehrere Glocken der Kirche eingezogen wurden. Die Entstehung des Eisernen Vorhangs und der ethnische Bevölkerungsaustausch im südmährischen Grenzgebiet in den Jahren 1945–1948 führten zu einer weiteren deutlichen Schwächung des Wallfahrtslebens.
Ein neues, diesmal wieder positives Kapitel der Geschichte begann 1957, als anlässlich des 300-jährigen Jubiläums des Wunders von Dreieichen die Wallfahrtskirche der Schmerzhaften Muttergottes zur päpstlichen Basilika (basilica minor) erhoben wurde.
Das 350-jährige Jubiläum im Jahr 2006 war noch freudiger: Zu den großen Feierlichkeiten nach Maria Dreieichen kamen Tausende von Pilgern aus allen Teilen des wiedervereinigten und freien Mitteleuropas.

Eine kleine Führung durch die Wallfahrtsbasilika:
Die Kirche ist – etwas ungewöhnlich – mit dem Chor nach Norden ausgerichtet. Die Südfassade mit dem Doppelturm und der klassizistischen Pilasterordnung, die sich über drei Geschosse erstreckt, wirkt monumental und ist aus großer Entfernung sichtbar. Über dem Eingangsportal befinden sich eine Sonnenuhr und darüber, in einer großen Nische, die eindrucksvolle Statue der Pietà von Maria Dreieichen. Sie wurde – ebenso wie andere steinerne Plastiken im Kircheninneren – von Leopold Fahrmacher aus Eggenburg geschaffen. Obwohl die Basilika von außen wie eine rechteckige Kirche mit Querschiff wirkt, überrascht das Innere den Besucher mit einem ovalen Zentralraum mit einer Kuppel. Von dort erstreckt sich nach Süden ein rechteckiges Langhaus mit der Orgelempore, nach Osten und Westen hohe Seitenkapellen – Andeutungen eines Querschiffs – und nach Norden der Chorraum, der hinter dem Altar durch die ursprüngliche, niedrige Dreieichen-Kapelle verlängert ist.

Das großflächige Deckenfresko von hohem künstlerischem Wert in der zentralen Kuppel der Kirche wurde im Jahr 1752 von Paul Troger geschaffen und stellt die Jungfrau Maria in himmlischer Herrlichkeit dar. Die Gottesmutter, die über den irdischen Schmerz triumphiert, tritt in Begleitung ihres Sohnes Jesus in die himmlische Gemeinschaft mit der Heiligen Dreifaltigkeit, den Heiligen und Engeln ein. Zwei Fresken über dem Langhaus mit der Orgelempore wurden im Jahr 1771 von Johann Wenzel Bergl ausgeführt. Sie zeigen die Überführung der Bundeslade auf den Berg Zion und die Aussetzung der Bundeslade. Die zwei Fresken im Presbyterium stammen aus dem Jahr 1760 und sind Werke von Johann Hautzinger, einem weiteren Schüler Trogers. Sie tragen die Titel „Die Fürsprache der jüdischen Königin Esther bei König Ahasveros von Persien“ und „Die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria“.

Der Hochaltar mit seinen Säulen und den eindrucksvollen Voluten im oberen Abschluss beherrscht den gesamten Kirchenraum. Das Herzstück des Altars bildet der Schrein mit der verehrten Gnadenstatue der Pietà von Maria Dreieichen und mit einem Relief der dreistämmigen Eiche darüber.
Den oberen Abschluss des Altars bildet eine Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit. Geht man durch den schmalen Umgang hinter dem Altar, sieht man eine Nische mit dem Torso der ursprünglichen dreifachen Eiche sowie die alte Dreieichen-Kapelle, die heute als Schatzkammer mit Votivgaben der Pilger dient.

Begeben Sie sich von Znaim aus mit uns auf den Pilgerweg nach Maria Dreieichen und entdecken Sie entlang des Weges historische Denkmäler und Marterl, Kirchen und Museen sowie wunderbare Aussichten und Naturlandschaften!
- Zur Broschüre: Pilgerweg Znaim nach Maria Dreieichen
- Online-Blick in die Schatzkammer Maria Dreieichen
- Informationen zum KPF Projekt Znaim-Maria Dreieichen


