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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

"Museum bewegt!" beim Museumsfrühling Niederösterreich

NÖ MuseenAusstellungen und Veranstaltungen

Galerie Gut Gasteil

Abwechslungsreiche und vorsichtige Aktivitäten – viele davon im Freien – bieten über 100 niederösterreichische Museen und Sammlungen beim Museumsfrühling am 29. und 30. Mai. Stifte und Schlösser können dabei genauso entdeckt werden wie Stadt- und Regionalmuseen sowie Ausstellungshäuser.

Der Museumsfrühling wird in Niederösterreich jährlich anlässlich des vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufenen Internationalen Museumstags begangen und vom Museumsmanagement Niederösterreich organisiert. Heuer stehen Stadtspaziergänge zu historisch interessanten Plätzen und Wanderungen auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten genauso auf dem Programm wie Ateliers unter freiem Himmel und Unterhaltungen mit Künstlerinnen und Künstlern. Ein kleiner Einblick in die Programme der teilnehmenden Museen (kurzfristige Änderungen aufgrund der aktuellen Situation vorbehalten):

1.000 Schritte Zeitreise und Frischluftgeschichten

„Museum bewegt“ – unter diesem Motto bieten viele Museen Outdoor-Programme für ihre Gäste: „Der Garten des Prinzen Eugen“ lässt sich bei einer Führung und einem anschließenden Picknick in Schloss Hof genießen. Den „Heiligen Berg“ (Wilfersdorfer Kreuzweg) und andere sichtbare Spuren der Familie Liechtenstein, die über Jahrhunderte das Weinviertel geprägt hat, besucht man bei einer Ortsführung ausgehend vom Liechtenstein Schloss Wilfersdorf. Der 20 Millionen Jahre alte „Weiße Stein aus Eggenburg“ wird in einem gemeinsamen Programm von sieben Museen aus der Region Horn – Gars - Eggenburg gefeiert. Unter dem Motto „Bewegte Geschichte“ begeben sich Interessierte ausgehend vom Dr. Karl Renner-Museum in Gloggnitz bei Gedenkveranstaltungen und individuellen Wanderungen auf die Spuren des berühmten Staatsmannes. Kaiser, Kaiserinnen, Marktfrau, Nachtwächter und Landsknecht erzählen im Bürgermeistergarten des Museums St. Peter an der Sperr aus ihrem Leben. In Berndorf unternimmt man eine 1.000 Schritte Zeitreise durch den Ort, in Persenbeug-Gottsdorf flaniert man auf den Spuren berühmter Schiffsmeister und in Neunkirchen werden Objekte aus dem Städtischen Museum an ihren Originalschauplätzen wieder „lebendig“. Zu einer Spurensuche durch die 4000-jährige Geschichte Pittens lädt das PIZ 1000 bei einem „Outdoormuseum“. Unter dem Titel „Vom Wehrbau zur Arbeiterkaserne“ bietet das Schloss Ulmerfeld im Süden von Amstetten Führungen im und um das Schloss, Schlosskapelle und Bergfried inklusive. In der KZ-Gedenkstätte Melk ist die erweiterte „Zwischenräume-Ausstellung“ zu sehen, und bei einer Führung vom Haus der Gmünder Zeitgeschichte lernt man die Stadt aus dem Blickwinkel des ehemaligen Flüchtlingslagers kennen.

Flugversuche im Obstgarten und Schildkrötenfütterungen

Spannendes steht auch für junges Museumspublikum auf dem Programm: Im Ausstellungshaus Spoerri können Papierflieger selbst hergestellt werden, Flugversuche im Obstgarten und am Hauptplatz Hadersdorf am Kamp sind ausdrücklich erwünscht. Wie geht der Bohrbock mit dem Bohrstock zusammen und wie schwer ist eigentlich ein Presslufthammer – diesen Fragen geht das BAXA Kalkofen- und Steinabbaumuseum in Mannersdorf auf den Grund. In Tulln wandert das Atelier im Schiele Museum in den Vorgarten, im Universalmuseum Kierling werden Scherenschnitte erstellt. Eine Live-Schildkrötenfütterung und eine Reptilienvorstellung stehen im Museumsgarten des Museum Niederösterreich auf dem Programm. Staffelei, Farben und Pinsel an der Museumskassa ausleihen und unter freiem Himmel kreativ werden heißt es im museum gugging. Das Stadtmuseum Korneuburg lädt zum Workshop „Die Welt der Schiffe“ mit Modell-Stapellauf, das Stadtmuseum St. Pölten zu einer Museums- und einer Stadtgeschichte-Rätselrallye mit Ratebogen und App. Und wer im Museum am Dom in St. Pölten einen Knochen bastelt, wird Teil einer Museums-Installation im Eingangsbereich des Museums.

Niederösterreichs Stifte: Wanderung durch Klosterlandschaften und ein Benediktiner als Höhlenforscher

Dass neben imposanten Fassaden der Barockzeit auch Spuren der gotischen Stiftsanlage erhalten sind, zeigt Herr Ulrich, Augustiner-Chorherr im Stift Herzogenburg, bei einem Spaziergang rund um das Stift. Auf die Spuren der Wachaumaler begibt man sich bei einem Streifzug, der Interessierte in den Ort Dürnstein und anschließend in die Räumlichkeiten des Stifts Dürnstein entführt. Vorbei am idyllischen Gänsgraben und der ehemaligen Grangie Edelhof kann im Waldviertel die Klosterlandschaft des Zisterzienserstiftes Zwettl  erwandert werden, oder man stattet dem Benediktinerstift Altenburg samt Stiftsgärten und „Garten der Religionen“ einen Besuch ab. 400 künstliche Höhlen erforschte der Göttweiger Pater Lambert Karner (1841-1909): Bei der Ausstellung „Ein Benediktiner als Höhlenforscher“ und einer Kuratorenführung im Stift Göttweig kann man sich in das Thema vertiefen. In die 900-jährige Geschichte des Stifts Klosterneuburg lässt es sich bei Outdoor-Führungen eintauchen.

Informationen zu den teilnehmenden Museumsfrühlings-Museen und deren Programmen gibt es laufend aktualisiert auf www.museumsfruehling.at, Filterung nach Bezirken und nach Interessensgebieten möglich. Kurzfristige Änderungen aufgrund der aktuellen Lage möglich, Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die Covid-19-Bestimmungen zu beachten.

Text: Karin Böhm