♪ Carl Zeller: Ein Komponist der Weltbühne ♪
Wussten Sie, dass einer der großen Komponisten der Wiener Operette aus dem niederösterreichischen Mostviertel stammt? Carl Zeller (1842–1898) wurde in St. Peter in der Au geboren und zählt mit Werken wie „Der Vogelhändler“, „Der Obersteiger“ und „Der Vagabund“ zu den prägenden Persönlichkeiten der „Goldenen Ära“ der Operette.
Das ihm gewidmete Carl Zeller-Museum beleuchtet sein Leben und künstlerisches Schaffen mit einer umfangreichen Sammlung an persönlichen Objekten, Originalhandschriften, Briefen, Fotos und Bühnenmaterialien. Viele davon sind nun als Teil dieser digitalen Ausstellung online zugänglich. So wird Zellers musikalisches Erbe auch über die Museumsräume hinaus lebendig.
Eine Einladung an Musikliebhaber*innen, Kulturinteressierte und alle, die nun neugierig geworden sind, diesen berühmten Komponisten, seine Lebensumstände und Wirkung auf die Nachwelt näher kennenzulernen.
Ein Komponist zwischen Mostviertel und Weltbühne
Carl Zeller wurde 1842 im niederösterreichischen Mostviertel geboren und zeigte schon früh außergewöhnliches musikalisches Talent. Mit sieben Jahren spielte er Orgel in der Pfarrkirche von St. Peter in der Au, mit elf wurde er in den Chor der Wiener Hofsängerknaben (heute: Wiener Sängerknaben) aufgenommen. Dort erhielt er Unterricht bei Simon Sechter, einem der bedeutendsten Musiktheoretiker seiner Zeit. Nach dem Stimmbruch wandte sich Zeller dem Studium der Rechtswissenschaften zu und promovierte 1869. Parallel dazu komponierte er zahlreiche Lieder und Chöre.
Beruflich stieg Zeller im Kultusministerium bis zum Ministerialrat auf, doch die Musik blieb sein leidenschaftliches Hobby. Er komponierte zuerst Lieder und Chöre, dann auch Operetten. Sein erstes Bühnenwerk „Joconde“ wurde 1876 im Theater an der Wien uraufgeführt. Der internationale Durchbruch gelang ihm im Jahr 1886 mit „Der Vagabund“, sein größter Erfolg folgte 1891 mit „Der Vogelhändler“, dessen Melodien wie „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ bis heute berühmt sind.
Carl Zeller privat
1875 heiratete Carl Zeller Anna Maria Schwetz. Der gemeinsame Sohn Carl Wolfgang Zeller trat musikalisch in die Fußstapfen seines Vaters und pflegte in den 1920er Jahren enge Kontakte zum Männergesangverein St. Peter in der Au. Durch die Freundschaft mit Dr. Karl Wittwar gelangten wertvolle Originalhandschriften nach St. Peter, die bereits in den 1930er Jahren öffentlich präsentiert wurden. Zellers zweiter Sohn, Robert William, zeigte kein großes musikalisches Interesse und verstarb bereits 1922.
Zellers letzte Lebensjahre waren von schwerer Krankheit und einem belastenden Erbschaftsprozess geprägt. Am 17. August 1898 verstarb er in Baden bei Wien. Sein Ehrengrab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof. Trotz seines frühen Todes und der Tatsache, dass er nie hauptberuflich als Komponist tätig war, zählt Carl Zeller heute zu den vier großen Vertretern der „Goldenen Ära“ der Wiener Operette – neben Suppé, Strauss und Millöcker. Seine Werke wurden mehrfach verfilmt und tragen bis heute zur weltweiten Bekanntheit des Komponisten aus dem Mostviertel bei.
Das Carl Zeller-Museum: Ein Ort der Operette, der Forschung und Begegnung
Das Carl Zeller-Museum in St. Peter in der Au bewahrt und vermittelt dieses musikalische Erbe. Bereits 1934 wurde ein erstes „Musealzimmer“ eingerichtet – initiiert vom zuvor genannten Dr. Karl Wittwar. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Sammlung als verschollen, wurde aber im Jahr 1965 auf einem Dachboden wiederentdeckt. 1992 eröffnete schließlich ein eigenes Museum im Geburtshaus Zellers, begleitet von Konzerten und Ausstellungen.
Seit 2009 befindet sich das Museum im Schloss St. Peter in der Au. Dort präsentiert es sich heute als modernes Kulturzentrum mit multimedialen Stationen, digitalen Archiven und museumspädagogischen Angeboten. Es richtet sich an ein breites Publikum – von Schulklassen über Musikliebhaber*innen bis hin zu Fachbesucher*innen – und bietet einen fundierten Einblick in Leben und Werk eines der bedeutendsten Vertreter der Wiener Operette.
Herzliche Einladung zu Museums- und Musikbesuch
Das Carl Zeller-Museum ist ganzjährig für Besucher*innen geöffnet und ermöglicht dank vieler Hör- und Videostationen, in das Werk Carl Zellers einzutauchen.
Das musikalische Erbe des berühmten Komponisten wird bei vielen Konzertveranstaltungen gepflegt. So findet das diesjährige Serenadenkonzert am 31. August im Schloss St. Peter in der Au statt: Hier finden Sie alle weiterführenden Informationen.
Text: Thomas Gnedt / Barbara Linke
Entdecken Sie in unserer digitalen Ausstellung ♪ 3 ♪:
Originalhandschriften und Partituren mit Notizen und Skizzen
Der Vogelhändler
Die Musiksociety im Austausch
Die Stücke Carl Zellers auf den Bühnen Europas

♪ Orte der Musik ♪
Entdecken Sie unsere digitalen Ausstellungen!


