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Museumsmanagement Niederösterreich, Foto: Katrin Vogg

Bedeutsame Belanglosigkeiten

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Frau mit Brille hält ein verziertes hölzernes Sehgerät mit zwei Okularen in einem Museumsraum. Im Hintergrund sind eine Tür und ein Vitrinenschrank zu sehen.

Die Neuausrichtung des Heimatmuseums Pulkau stellt den Museumsverein vor eine große Herausforderung, die auch viele andere Museen beschäftigt: Wie wertet man eine Sammlung auf, die vorwiegend aus Alltagsgegenständen besteht, seien es Kleidungsstücke, Werkzeuge oder auch Babywindeln?

Die Antwort, die das Museumskonzept darauf gibt, sieht eine interaktive Kultur- und Wissensvermittlung vor, die selbst den einfachsten Ausstellungsobjekten eine zumindest historische Relevanz verleiht und so einen bleibenden Eindruck beim Publikum hinterlässt.

Ein Heimatmuseum für die Zukunft

Das Ziel dieses Projektes ist es, die Bestände des ehemaligen Gewerbe- und Stadtmuseums in Pulkau im barocken Pöltingerhof zusammenzuführen. Das Gebäude selbst ist aufgrund seiner einzigartigen Architekturdetails und seiner interessanten Geschichte wegen Teil des aktuellen Museumskonzepts: es wird einen wesentlichen Bestandteil der Dauerausstellung bilden. 

Die Objekte werden nach bestimmten Themenbereichen angeordnet in verschiedenen Abteilungen ausgestellt. So entstehen zum Beispiel eine Apotheke, eine Greißlerei oder eine Schusterwerkstätte mitsamt ihren Produkten oder Werkzeugen, die aus verschiedenen Jahrzehnten stammen. Diese Aufstellung vermittelt einen guten Eindruck, wie sich Handel und Gewerbe am Beispiel Pulkaus über die Jahrzehnte verändert haben. Auch spannende Lebenswege und Karrieren von Persönlichkeiten genauso wie Einrichtungen, die sich um Pulkau verdient machten oder gar überregionale Popularität erlangten, werden an Hand von Ausstellungsstücken nacherzählt.

 

Blick in die Gewerbesammlung

Blick in die Greißlerei

Eine Stadt als Freilichtmuseum

Die neue Dauerausstellung ist als interaktive Zeitreise durch die Pulkauer Geschichte geplant. Im Museumsbereich selbst werden die Ausstellungsstücke durch auf Leinwände aufgezogene Abbildungen sowie Erklärungstafeln ergänzt. Ein kleiner Bereich ist für zeitgeschichtliche Filmvorführungen aus dem Bestand der Pulkauer Topothek vorgesehen. Digital können im Museum alle Informationen mit QR-Codes heruntergeladen werden. Darüber hinaus sollen die Besucherinnen und Besuchter angeregt werden, sich auch in der Stadt und darüber hinaus auf Spurensuche nach, mit dem Museumsobjekten in Verbindung stehenden Gebäuden und Orten zu begeben. Das Museum wird also auf die Stadt erweitert und Pulkau bekommt so den Charakter eines Freilichtmuseums. Durch solche Verknüpfungen entsteht ein Gesamtbild, dass die Geschichte des aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage, jahrhundertelang wirtschaftlich florierenden Ortes wieder lebendig werden lässt.

Begleitend dazu ist ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für alle Altersgruppen vorgesehen, auch ein interaktiver Austausch mit dem Publikum ist geplant. Das kann sich durch Vorträge, die von Stadtforscherinnen und Stadtforschern gehalten werden, gestalten, durch Gesprächsrunden, die Geschichten und Anekdoten betreffen, oder einen kindergerechten, spielerischen Zugang. Für Schulklassen wird es Spezialprogramme geben wie ein Stadtquiz, eine Spurensuche oder auch kurze, spontane Referate über ein bestimmtes Objekt, die vor Ort gehalten werden.

Ziel des Museumsvereins ist es, die Bedeutsamkeit dieser museal scheinbar bedeutungslosen Gegenstände auf lebendige Erzählweise dem Publikum näherzubringen. Das Museum ist eine Reminiszenz an die örtliche Bevölkerung, der die Stadt Pulkau bis heute ihren unvergleichlichen Charme zu verdanken hat.  

Text: Nicole Kaspar, Obfrau-Stellvertretung Museumsverein Pulkau

Die Sammlung des Heimatmuseums Pulkau online

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