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Fachbereich Volkskunde

 

Das soziale Leben in unserem Land, die Beobachtung historischer und gegenwärtiger Phänomene, stehen im Mittelpunkt dieses Fachbereichs.

Wohnen, Arbeit, Feste und Feiern, Kleidung und Nahrung, Handwerk und Kunst, Musik und Literatur, religiöse und profane Bräuche, Siedlungs- und Stadtentwicklung - kurz, verschiedenste Bereiche unserer Alltagskultur werden in Vorträgen, bei Museumsbesuchen, Lehrausgängen und Exkursionen berücksichtigt.

Unsere Veranstaltungen verstehen sich als Auseinandersetzung mit der Sozialgeschichte, aber auch mit den künstlerischen Ausdrucks- und Erscheinungsformen der Vergangenheit und Gegenwart.

Unter fachkundiger Führung werden die großen Museen und Landesausstellungen ebenso besucht, wie weniger bekannte Sammlungen oder kunsthistorische Kleinodien.

Neben dem Veranstaltungsangebot bieten wir die Möglichkeit zur Vernetzung mit den Mitgliedern bzw. Interessentinnen und Interessenten unseres Fachbereichs, die uns bereits über Jahre hinweg begleiten.

 

Herbsttermine 2019:

 

 

Rückschau:

 

Der Besuch der Maria-Theresianischen Militärakademie mit der darin befindlichen Kirche, unter deren Altarstufen Kaiser Maximilian I. begraben liegt, war eines der Highlights unserer Exkursion zur Niederösterreichischen Landesausstellung in Wiener Neustadt. Der Nachmittag gehörte einem weniger imperialen Thema: die Begehung des Schaubergwerks Grillenberg (Eisenabbau 1791-1945) veranschaulichte die harte Arbeit der Bergleute, die das Erz aus 120 Metern Tiefe gefördert haben.

Die Kirche von Imbach und die Klosteranlage mit dem Heiligen Grab  wurden von Oliver Fries bzw. Walpurga Oppeker in ausführlichen Referaten vorort erklärt. Die älteste zweischiffige Kirche Österreichs war bis 1782 Mittelpunkt eines Dominikanerinnenklosters, das vom 13. bis zum 15. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Neben frühgotischen Kleinodien (siehe Foto der seitlich angrenzenden Katharinenkapelle) beherbergt das Gotteshaus auch eine Orgel aus dem Jahr 1695, die bis heute voll funktionsfähig ist.

Keramik-Experte Hon.Prof. Hermann Steininger erklärte in seinem Vortrag im Keramikmuseum Scheibbs nicht nur die unterschiedlichen Keramikarten und die Forschungsmodalitäten. Er widmete sich auch der volkskundlichen Fragestellung nach der  Bedeutung von Keramikobjekten als Teil der Sachkultur. Museumsleiter  Prof. Hans-Hagen Hottenroth erzählte die spannende Geschichte der Scheibbser Keramikproduktion und des Zustandekommens seiner Sammlung. Am Nachmittag wurden die Scheibbser Flurdenkmäler erkundet.

Einen Einblick in das Handwerk der Vergolder und Staffierer gab uns mit wahrhaft meisterhaften Erklärungen Vergoldermeister Franz Hobl. Mit diesem für die Restaurierung von Kunstwerken so wichtigen Handwerk wurde im Rahmen des Fachbereichs Volkskunde die Vorstellung alter Berufe fortgesetzt, die auch bei weiteren Exkursionen 2019 thematisiert werden sollen.

Referent Mag.Rudolf Stimmeder im Gespräch mit Probst Josef Kaiserlehner über „Maskenbrauch im Virgental“ und Hintergründe der Perchtenläufe.

Angeregte Plauderei nach dem Vortrag über die „Geschichte der Weihnachtskrippe“, volles Haus auch beim Krippenvortrag im wunderschönen Augustinussaal des Stiftes Herzogenburg.

Im Lese.Treff.Sierndorf gab es für Referentin Dr. Ilona Horetzky dieses kunstvolle Lebkuchenhaus als Dankeschön.

In der Heimstatt der Wiener Sängerknaben durften wir einer Chorprobe lauschen. Die diffizilen Vorgänge der Porzellanherstellung verfolgten wir in der Augarten-Manufaktur, wo am Beispiel einiger Reiterfiguren verständlich wurde, warum die Preise für derartige Exponate in entsprechender Höhe liegen. Ein Highlight unserer Exkursion war zweifellos der Prunksaal des Augartenpalais.

Eine große Gruppe Interessierter fand sich am Heldenberg ein, um die Geschichte der Errichtung des Heldenberges und die Geschichten rund um dessen Erbauer, Johann Pargfrider, zu erfahren. Mit Begeisterung für die Sache und Liebe zu Details führte DI Theodor Svarovsky durch die Anlage.
 

Museumsgründer und -direktor Manfred Schönleitner berichtet an Hand ausgewählter Exponate über Anfang, Hochblüte und Ende der Wilhelmsburger Geschirrmanufaktur. In Kaumberg befindet sich im Heimatmuseum eine Modelleisenbahn-Anlage, die an die Geschichte der Leobersdorfer Bahn erinnert. Den Abschluss unserer Exkursion bildete eine Wanderung auf die Araburg.

Der Laaer Berg, bis 1890 zu Niederösterreich gehörig, heute Teil des 11. Wiener Gemeindebezirks Favoriten, wurde unter der Begleitung von Peter Steinbach erkundet. Der Co-Autor eines Buches über den Laaer Berg - den er als den „anderen Wiener Wald“ bezeichnet - berichtete nicht nur über die Geschichte der Besiedlung durch Kelten und Römer, sondern brachte uns auch die Flora und Fauna dieses Wiener Naherholungsgebietes näher.

Der Vormittag war den Winzern und Fassbindern im Museum Straß gewidmet. Die schwierige Winzerarbeit anno dazumal führte uns Museumsleiter Mag. Erich Broidl eindringlich vor Augen. Dr.in Elisabeth Arnberger präsentierte Beispiele aus dem von ihr verfassten Weinwörterbuch, bevor es weiter nach Zogelsdorf ging, wo das Handwerk der Steinmetze vorgestellt wurde.

Im Pfarrhof Tulln referierte Walpurga Oppeker unter anderem über den Passionshof in Imbach, der im Frühjahr 2019 Ziel einer volkskundlichen Exkursion werden soll.

Fachbereichsleitung:

Dr.in Ilona Horetzky

Stv. MMag. Rudolf Stimmeder

 

Bestellung Newsletter und Postzusendungen:

volkskunde@noemuseen.at

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