Sandalen, Herzen, Fische
Ziegel sind nicht nur das substanzgebende Baumaterial vieler historischer und moderner Gebäude in Österreich, sie ermöglichen es Bauforscher*innen auch, Aussagen über das Alter eines Bauwerks, mit seiner Errichtung verbundenen Sozialstrukturen oder die benötigten Kulturtechniken zu machen. Gerade im Bereich der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie können durch die unzähligen Zeichen und Markierungen einzelne Mauerziegel noch Jahrhunderte nach ihrer Erzeugung einer Gemeinde, einem Betrieb und manchmal sogar einer bestimmten Person zugeordnet werden.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung, Dokumentation und Inventarisierung einer solchen Ziegelsammlung erfordert viel fachliches Wissen und eine gute Portion Neugier – von beidem war beim zweiwöchigen Workshop der European Heritage Volunteers, der Burghauptmannschaft Österreich und des Bundesdenkmalamtes Anfang September 2025 in der Kartause Mauerbach jede Menge vorhanden. In der Kartause Mauerbach befindet sich das Informations- und Weiterbildungszentrum des Bundesdenkmalamts, dessen Ziel es ist, die für die Baudenkmalpflege benötigten historischen Handwerkstechniken zu erhalten, an Fachkräfte zu vermitteln und bei der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für Herausforderungen des Schutzes unseres gebauten Erbes zu vermitteln.
